Die Alexander-Technik wird gezielt eingesetzt bei Bewegungsmustern, die der Physiologie
des Körpers entgegenstehen. Solche Muster führen beispielsweise zu Rücken-,
Schulter- und Nackenbeschwerden, Tennisellenbogen, Mausarm sowie Gelenk- und Spannungsschmerzen. Unter
anderem werden sie verursacht durch zu viel Krafteinsatz im Bewegungsablauf und
durch falschen Muskelgebrauch.
Chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere Gelenkerkrankungen,
führen bei einigen Krankheitsbildern langfristig zu irreversiblen anatomischen
Strukturveränderungen, die dann wiederum zu Fehlstellungen und Fehlhaltungen
führen. Durch schmerzbedingte Schonhaltungen prägen sich „falsche"
Bewegungen ein. Auch nach Unfällen, die mit knöchernen oder muskulären
Verletzungen einhergehen sowie bei angeborenen Verkrümmungen der Wirbelsäule
oder Hüftgelenksfehlbildungen ist neben den krankheitsbedingten Veränderungen
sekundär häufig auch eine Fehlhaltung zu beobachten.
Organische Erkrankungen
Diese lösen oft psychische Verarbeitungsreaktionen wie Angst aus, die wiederum
zu somatischen Wechselwirkungen führen können. Bei einer Asthmaerkrankung
zum Beispiel führt ein Anfall zu akuter Atemnot. Die in der Regel typische
muskuläre Angstreaktion mit hochgezogenen Schultern und Anspannung des Brustkorbs
behindert die Atmung zusätzlich und verstärkt den Asthmaanfall.
Nicht selten gehen mit psychischen Belastungen Verspannungen, Rückenschmerzen
und Kopfschmerzen einher, ohne dass irgendeine körperliche Ursache festzustellen
wäre. Erfahrungsgemäß hat die bewusste Veränderung der körperlichen
Bewegungsmuster einen unmittelbaren, positiven Einfluss auf das psychische Empfinden.
Psychosomatische Erkrankungen
Psychosomatische Erkrankungen mit Körperbildstörungen wie Magersucht,
Bulimie, chronisches Übergewicht, Neurodermitis oder Colitis können
über den bewussten Umgang mit dem eigenen Körper und bewussten Bewegungsabläufen
gemildert werden.
Die Alexander-Technik führt auf lange Sicht zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes
und kann daher sowohl prophylaktisch als auch therapiebegleitend und ergänzend
zur medizinischen Behandlung eingesetzt werden. In einigen wissenschaftlichen
Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Alexander-Technik unter anderem dazu
beiträgt, den Blutdruck zu normalisieren, mit Stress besser umzugehen, die
Atmung zu verbessern, den Muskeltonus und die Statur in Balance zu bringen und
Bewegungen ökonomischer zu gestalten.